27. November 2025

Von Legenden und Talenten

Ein nostalgischer Hauch wird am Sonntagnachmittag durch die Dachauer Georg-Scherer-Halle wehen. Während sich die ASV Volleys ab 15.00 Uhr mit dem VfB Friedrichshafen messen, lässt der Besuch zahlreicher Dachauer Legenden das Herz aller Fans höher schlagen.

"Der ASV Dachau holt seine Meister-Generation zurück in die Halle – und verbindet 40 Jahre Volleyballgeschichte mit der aktuellen Bundesligasaison", unter diesen Slogan stellt Dachaus Abteilungsleiter Denis Werner den Spieltag. Mit Martin van der Horst, Dirk Oldenburg oder Klaus Dammann haben sich auch Spieler angekündigt, die in den glorreichen 1990er-Jahren zwei Mal Deutscher Meister, einmal Pokalsieger mit dem ASV wurden und auch im Finale der Champions League standen. "Für viele Legenden aus dem Dachauer Volleyball wird es das erste Wiedersehen seit Jahrzehnten", beschreibt Werner den besonderen Flair des Nachmittags.

Auf dem Feld wird aber keiner der ehemaligen Spieler mehr aktiv sein, Trainer Patrick Steuerwald beteuert im Vorfeld keine Spielberechtigung angefragt zu haben. "Auch wenn uns die Erfahrung des ein oder anderen ehemaligen Spielers sicher nicht schaden würde", fügt er mit einem Augenzwinkern hinzu. Denn von den damaligen Erfolgen ist die aktuelle Mannschaft noch ein gutes Stück entfernt, "aber für uns gilt eben auch, dass der Weg das Ziel ist. Und da wollen wir in jedem Spiel einen kleinen Schritt nach vorne machen", betont Steuerwald.

Auf diesem Weg stellt sich seinem Team aber schon wieder nahezu wöchentlich eine neue Herausforderung. "Wie auch in der Vorsaison ist es derzeit nicht einfach, geregelt zu trainieren. Wir haben leider immer wieder Ausfälle, teilweise angeschlagene Spieler, manchmal beruflich verhindert. Das macht die Arbeit natürlich nicht einfacher", berichtet der ehemalige Nationalspieler vom Trainingsalltag. "Aber auch hier bleiben wir uns treu: wir werden nicht jammern, sondern das Beste aus der Situation rausholen."

Das hat auch sein Libero Mika Takano vor: "Ich möchte auch am Sonntag wieder meine bestmögliche Leistung abrufen, um dem Team zu helfen." Wichtig sei für ihn auch weiterhin jeden Tag daran zu arbeiten, das Vertrauen von Trainer Patrick Steuerwald zu bestätigen. Der schätzt den jungen Libero aber ohnehin: "Mika ist ein sehr fleißiger Arbeiter, er lässt nicht locker und versucht jeden Tag seine beste Leistung abzurufen. Ob im Training oder im Spiel." Takano selbst möchte damit weiter an seinen Stärken arbeiten, "aber auch meine Schwächen noch weiter verbessern und mich immer weiterentwickeln."

Dabei bietet das Duell der ASV Volleys am Sonntagnachmittag gerade auf der Libero-Position eine besondere Note. Denn beim VfB ist dort mit Lenny Graven ein Dachauer gesetzt, der seinen Weg in den Kader der Nationalmannschaft einst beim ASV startete. Und auch sonst verbindet ihn viel mit seinem Gegenüber Mika Takano: "Wir haben schon einige Parallelen", schmunzelt der 21-Jährige. "Wir haben die gleiche Schule besucht, für die gleichen Klubs gespielt, in Haching die ersten Bundesliga-Einsätze gesammelt. Da kommt schon einiges zusammen." Und so verfolgt er auch nicht nur den Weg seines Heimatklubs, sondern auch den von Takano: "Mika macht das auch wirklich gut, schon letzte Saison. Natürlich ist es undankbar in der niedrigen Dachauer Halle, aber wenn man ihn in den Arenen spielen sieht, dann merkt man sein Talent allemal."

Für Graven selbst wird das Gastspiel am Stadtwald auch ein Wiedersehen mit vielen alten Weggefährten. "Ich freue mich extrem auf das Spiel in Dachau. Dort habe ich ja auch meine ganze Jugend verbracht, daher verbindet mich wirklich viel damit." Nicht nur auf das Wiedersehen mit Freunden und sportliche Weggefährten freut sich der Nationalspieler, sondern auch auf Patrick Steuerwald: "Nano hat mich seinerzeit in Haching gefördert und damit scheinbar auch für meinen persönlichen Weg einiges richtig gemacht. Das vergisst du als junger Spieler natürlich nicht und deswegen ist es immer eine Freude Nano zu treffen."

Auch Takano sieht die Parallelen seines Wegs zu jenen von Lenny Graven natürlich: "Ich bin in der neunten Klasse an die Eliteschule es Sports und zum VCO München gekommen, da war Lenny gerade in der zwölften Klasse. So wie ich jetzt." Mit seinen bisherigen Leistungen und dem, was er bereits erreicht hat, sei Graven dabei natürlich auch ein Vorbild. "Aber ich schaue auch auf andere Liberos, national, international. Und am Ende muss ich ohnehin versuchen meinen eigenen Weg zu finden."

Foto: Hat nicht nur für Mika Takano Vorbildcharakter: der Ex-Dachauer Lenny Graven. (Fotograf: Alexander Hoth)

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