14. Januar 2026

Dachauer Lebenszeichen

Angeführt von einem überragenden Marius Büchi haben die ASV Volleys ein dickes Lebenszeichen abgegeben: im dritten Anlauf der Saison gelang mit einem 3:0 (25:23, 25:20, 25:19) der erste Sieg gegen die Barock Volleys MTV Ludwigsburg.

Trainer Patrick Steuerwald - nach der klaren Niederlage im ersten Spiel des Jahres in Karlsruhe mächtig angefressen - reagierte diesmal in seiner Startformation: Libero Mika Takano kehrte nach Erkrankung wieder zurück, so dass auf den Außenpositionen Will Kuhns und Levi Olson starteten. Im Zuspiel vertraute der Coach diesmal auf Severin Brandt. Eine Variante, die an diesem Abend voll aufgehen sollte. Bei den Gästen fehlte dagegen mit Libero Jeffrey Klok ein wichtiger Akteur im Kader. 

Dachau startete diesmal gut ins Spiel, führte schnell mit 4:1 und hier lag auch Steuerwald mit seiner ersten Challenge schon richtig. Als die Gastgeber auf 8:4 erhöhten, zeigte sich das erste Mal der große Unterschied zum Auftritt in Karlsruhe: mit viel Einsatz und Willen hielt der ASV den Ball lange im Spiel und schloss die Rallye am Ende erfolgreich ab. Das Team zeigte, dass es sich diesmal etwas vorgenommen hatte. Doch Ludwigsburg hielt dagegen, ging beim 12:13 erstmals in Führung.

Bis zur Crunchtime blieb der erste Satz ausgeglichen, dann zeigte sich erstmal der an diesem Abend kaum zu stoppende Büchi in den wichtigen Aktionen. Mit einem klugen Ball brachte er das Break zum 23:21. Diesen Rückstand glichen die Barock Volleys zwar noch einmal aus, doch nach einer Auszeit von Steuerwald brachte Dachau den Satz nach Hause. Bezeichnend, dass auch der entscheidende Punkt am Ende einer Rallye stand, die der ASV mit viel Einsatz für sich entschied. Nicht nur für den Trainer scheinbar ein Brustlöser, der den Satzgewinn lautstark und emotional bejubelte.

Auch im zweiten Durchgang blieb es zunächst ein Match auf Augenhöhe. Bis zum 13:13 liefen die Teams gleichauf, dann setzte sich Dachau erstmals ab und war spätestens nach zwei Breaks zum 18:15 auf einem guten Weg. Und nun lief Büchi richtig heiß. Neben starken Angriffen setze er in der Schlussphase auch mit einem Einerblock gegen Ludwigsburgs Top-Scorer Nyherowo Omene ein Zeichen und brachte die Halle zum Jubeln - 23:19. Und natürlich: der Diagonalangreifer war es dann auch, der den Satz mit einem erfolgreichen Angriff endgültig ins Ziel brachte.

Der Dachauer Top-Scorer machte dann auch im dritten Satz nahtlos weiter, führte seine Mannschaft an und punktete im Aufschlag, Angriff und Block. Am Ende waren es bärenstarke 25 Punkte, die er nach drei Sätzen auf seinem Konto hatte. "Unser Geheimnis war heute Marius. Was er für ein Spiel gezeigt hat, ist fast unglaublich", zollte auch der überraschende MVP Mika Takano am DYN-Mikrofon seinen Teamkollegen höchsten Respekt für dessen Leistung. 

Gemeinsam schaffte es das Team nun, eine positive Energie aufs Feld zu bringen. Als Olson mit einem Ass erstmals eine kleine Führung zum 12:9 servierte, waren in der folgenden Ludwigsburger Auszeit viele lächelnde Dachauer zu beobachten. Gleichzeitig blieb das Team aber fokussiert und ließ die Barock Volleys nicht mehr ins Spiel kommen. Auch eine größere Diskussion um eine Challenge brachte das Team nicht aus der Ruhe, das den Vorsprung kontinuierlich ausbaute.

Brandt verwertete nach einem Dankeball direkt den zweiten Kontakt (16:12), Will Kuhns servierte stark und ließ den ASV auf 19:12 davonziehen. Auch ein kurzes Aufbäumen der Ludwigsburger war nicht von langer Dauer. Die Auszeit von Steuerwald zeigte Wirkung und am Ende kam, was an diesem Abend nicht anders hätte kommen dürfen: Kuhns Angriff kratzten die Ludwigsburger zwar noch vom Boden, doch gegen den zweiten Angriff von Büchi waren sie dann chancenlos.

Und so könnten sich die Dachauer im Abstiegskampf doch noch selbst aus ihrem Tief arbeiten, wie auch Takano nach dem Spiel sagte: "Nach dem Spiel in Karlsruhe haben wir uns auch als Team zusammengesetzt und wollten eine Reaktion zeigen. Das ist uns heute gut gelungen. Und so wollen wir nun auch am Samstag nachlegen." Dann geht es für den ASV zum bisher vielleicht wichtigsten Duell der Saison, wenn das neue Tabellenschlusslicht cerebricks Volley Goats Mitteldeutschland Gastgeber sein wird.

Foto: Marius Büchi (hier im Block) war beim Dachauer Erfolg der überragende Mann des Spiels. (Fotograf: Birgit Herzum)

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