Kollektives Durchatmen bei den ASV Volleys: mit einem weitgehend souveränen 3:0-Erfolg bei den cerebricks Volley Goats Mitteldeutschland haben die Dachauer Bundesliga-Volleyballer drei big points im Abstiegskampf eingesammelt.
Erst am Mittwoch haben sie den Abstiegsplatz verlassen und die Volley Goats mit zwei Punkten Vorsprung auf eben jeden verwiesen. Mit dem wichtigen Erfolg vom Samstagabend haben sie nun auch den Aufsteiger SV Warnemünde überholt und den Abstand auf den Abstiegsplatz auf fünf Punkte vergrößert. "Wir haben uns heute ein wenig Luft verschafft, ja. Aber darauf wollen wir nun auch aufbauen und weitermachen", richtete MVP Marius Büchi den Blick nach dem Spiel direkt wieder nach vorne. Nur einen kleinen Moment wollte er sich und dem Team gönnen: "Ich glaube ein, zwei Bier haben wir schon dabei und vielleicht fahren wir dann auf dem Weg nach Hause auch noch kurz bei einer Tanke raus", so der erneut bärenstarke Diagonalangreifer mit einem befreiten Lachen im Gesicht.
Für Büchi stand auch wieder die Teamleistung im Vordergrund, alle hätten sehr stabil gespielt. Doch Trainer Patrick Steuerwald sah in seinem Hauptangreifer erneut einen wesentlichen Schlüssel zum Erfolg: "Marius war ähnlich stark wie schon am Mittwoch gegen Ludwigsburg und hat eine herausragende Statistik für ein Dreisatz-Spiel. Er ist im Moment wirklich in Top-Form." 23 Punkte bei einer Angriffsquote von 67% standen diesmal auf dem Scoreboard. Und als die Volley Goats sich zu Beginn des dritten Satzes einmal auf ihn eingestellt zu haben schienen, lief diesmal auch Levi Olson mit 16 Punkten heiß. Rechtzeitig zur Crunchtime fand Zuspieler Severin Brandt dann auch Büchi wieder für die entscheidenden Punkte.
Dachau wirkte diesmal von Beginn an hellwach und motiviert, um den Sieg gegen Ludwigsburg zu veredeln. Fabian Suck eröffnete das Spiel mit dem ersten seiner am Ende insgesamt fünf Blocks, Büchi punktete direkt im ersten Versuch und Olson setzte mit dem Ass zum 3:1 auch von der Aufschlaglinie das erste Zeichen. "Schon im Service haben wir heute über weite Strecken viel Druck aufgebaut, dann auch in der Block-Defense gut gearbeitet. Da hat vieles zusammengepasst", war Steuerwald entsprechend zufrieden.
Kontinuierlich zogen die Dachauer im Eingangssatz davon (11:9, 14:10, 16:11) und sorgten damit spätestens in der zweiten Auszeit der Gastgeber für schlechte Stimmung bei deren Coach Cristian Imhoff. Die Volley Goats kämpften sich zwar noch einmal heran, nach der Auszeit von Steuerwald beim Stand von 20:21, sollte aber nur noch der ASV punkten. Olson in den Briefkasten, ein Übertritt der Gastgeber und (natürlich) ein Ass von Büchi sollten die letzten drei Punkte gewesen sein und damit fast sinnbildlich für den ganzen Abend stehen.
Im zweiten Durchgang versuchte es Imhoff mit seinem jüngsten Neuzugang, dem Litauer Valdas Listanskis. Der Linkshänder kam auch direkt gut rein, punktete im ersten Versuch zur 1:0-Führung seiner Mannschaft. Ein wirklich positiver Faktor sollte aber auch er am Ende nicht werden. Denn obwohl die Gastgeber nun einen starken Start erwischten (4:1, 6:2) ließ sich der ASV nicht aus der Ruhe bringen. Eine frühe Auszeit von Steuerwald brachte bald die Wende und an diesem Abend war im Zweifel auch das Glück auf Dachauer Seite: eine Abwehr von Brandt fiel zum 4:6 ins Feld, wenig später stand beim 7:7 der erste Ausgleich. Nun war Dachau klar obenauf, setzte sich schnell ab (9:12, 10:15) und sollte sich auch nach zwei Auszeiten der Gastgeber nicht aus dem Konzept bringen lassen. Severin Brandt beendete den Satz diesmal mit dem zweiten Kontakt zum 25:17 selbst.
Auch Satz drei eröffnete Suck mit einem Block, gefolgt von einem weiteren Block von Olson. Dachau war direkt wieder im Spiel. Doch es folgte diesmal eine kurze Phase, in der das Team nicht immer die beste Lösung fanden, Büchi das ein oder andere Mal am Block hängen blieb. Doch dies war die Zeit von Levi Olson, der nun die Hauptlast im Angriff trug und verlässlich punktete, bis auch Büchi wieder gewohnt stark im Spiel war. Dennoch lief der Satz lange ausgeglichen, kein Team konnte sich entscheidend absetzen.
Die ersten Matchbälle gingen dann an den ASV, der aber alle zunächst vergab. Als die Volley Goats beim 29:28 erstmals einen Satzball hatten, hätte das Spiel kippen können. Steuerwald zog noch einmal eine Auszeit und wieder sollte danach nur noch sein Team punkten. Mit einem sicheren Sideout war der Satzball abgewehrt, ein Angriffsfehler von Listanskis brachte den insgesamt sechsten Matchball, den Olson mit einem Angriff über die Blockfinger schließlich ins Ziel brachte. Der Auswärtssieg stand fest, die Halle war leise - nur ein paar Dachauer feierten gemeinsam als Team am Ende lautstark, emotional und verdient.
Foto: Diesmal gab es die verdiente MVP-Auszeichnung: Marius Büchi wird von seinem Team gefeiert. (Fotograf: Annika Schmidt)