25. Januar 2026

Dachauer Dreierpack

Es war der "Januar der Wahrheit" angekündigt und seit Samstagabend lässt sich festhalten: die ASV Volleys haben geliefert. Mit einem 3:1-Derbysieg gegen den TSV Haching München holten sie den dritten Dreier in Folge.

War der Auftakt ins Jahr noch von einer erschreckend schwachen Vorstellung in Karlsruhe geprägt, haben die Männer um Kapitän Tobias Besenböck doch noch rechtzeitig in die Spur gefunden. Mit dem zweiten Derbysieg gegen Haching in der laufenden Saison schlossen die Dachauer in der Tabelle nach Punkten zum Nachbarn auf und haben damit in knapp drei Wochen so viele Punkte gesammelt wie zuvor in 15 Spielen.

Für Trainer Patrick Steuerwald eine schöne Momentaufnahme, aber auch noch nicht mehr. "Für die Jungs freut es mich, dass sie sich jetzt auch ein paar Mal belohnen für ihren Einsatz und zeigen können, dass sie stärker sind, als es die Tabelle lange vermuten hat lassen. Aber wir müssen trotzdem weiter wachsam sein und dürfen jetzt nicht nachlassen." 

Zwar haben sich die ASV Volleys ein Polster im Abstiegskampf erarbeitet, wie schnell es aber auch in die andere Richtung gehen kann, hat schon die Hinrunde gezeigt. Ausrutscher wie das 2:3 gegen VCO Berlin sollten trotz der aktuellen Serie nicht mehr vorkommen, um das Saisonziel Klassenerhalt nicht mehr zu gefährden.

Doch erst einmal durfte am Samstag gefeiert werden. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung setzten sich die Dachauer vor 450 stimmungsvollen Zuschauenden am Ende verdient durch. Bei Haching machte sich vor allem zum Ende des Spiels das Fehlen von Marko Milovanovic (Bank) und Mittelblocker Alexej Zhbankov bemerkbar. 

"Wir wussten um Hachings Stärke vor allem im Angriff über die Mitte. Wir wären also auch vorbereitet gewesen, wenn sie alle Spieler an Bord gehabt hätte", gab Steuerwald danach einen Einblick in die Spielvorbereitung. "Deswegen schmälert das Fehlen der beiden die Leistung der Mannschaft heute auch auf keinen Fall."

Steuerwald selbst setzte auf seine zuletzt sechs Sätze in Folge erfolgreiche Startaufstellung und hatte zunächst auch keine Notwendigkeit daran etwas zu ändern, denn beide Mannschaften lieferten sich zu Beginn ein umkämpftes Duell. "In den ersten drei Sätzen war es sehr ausgeglichen, da haben wir uns reinkämpfen müssen. Zum Glück ist das Pendel dann vor allem im dritten Satz zu unseren Gunsten ausgeschlagen, das hat uns dann den Druck genommen", so Dachaus Trainer.

Im ersten Durchgang zog Dachau erstmals Mitte des Satzes etwas davon, ging dann auch mit vier Punkten Vorsprung in die Crunchtime (21:17). Weder Wechsel noch Auszeiten auf Seiten der Gäste ließ das Team nervös werden, das direkt den ersten Satzball zur Führung verwandelte. Ähnlich sah es im zweiten Satz aus, auch hier ging Dachau nach einem lange ausgeglichenem Spielverlauf mit einer knappen Führung in die Schlussphase (20:17). Doch diesmal kämpfte sich Haching zurück, drehte das Ergebnis und verwandelte ebenso den ersten Satzball zum Ausgleich.

Nun schien es für die Gäste zu laufen: schnell lagen sie im dritten Satz mit 7:3 in Führung, Steuerwald nahm die frühe Auszeit. Damit brachte er sein Team scheinbar wieder in die Spur, das beim 7:8 zurück im Spiel war und Haching ebenfalls zur frühen Auszeit zwang. Von da an konnte sich kein Team mehr entscheidend absetzen (14:14), auch in die Crunchtime ging es Seite an Seite (21:20). Diese knappe Führung rettete Dachau ins Ziel, verwandelte diesmal den zweiten Satzball und hatte damit den ersten Punkt gesichert.

Ein wichtiger Faktor dabei: Tobias Besenböck und Luca Russelmann, die im Laufe des Satzes von der Bank kamen und neue Energie ins Team und aufs Feld brachten. "Die beiden hatten zuletzt ja wenig gespielt, aber im Training wieder gute Leistungen gezeigt. Und die haben sie heute auch ins Spiel mitgenommen und der Mannschaft den vielleicht entscheidenden Schub gegeben", war auch Steuerwald froh um seine gelungenen Wechsel.

Die beiden blieben im vierten Satz auch direkt auf dem Feld und ließen vor allem zusammen mit den beiden Top-Scorer Levi Olson (23 Punkte) und Marius Büchi (21) keine Zweifel mehr am Heimsieg aufkommen. Dachau brachte vor allem das im Vorfeld von Steuerwald geforderte Aufschlagspiel konsequent in allen Sätzen aufs Feld, setzte Haching unter Druck und hatte am Ende 17 Asse bei 18 Fehlern in der Statistik. "Da hat uns natürlich auch die Halle etwas geholfen, aber der Aufschlag war heute definitiv ein wichtiges und starkes Element", zeigte sich Steuerwald auch hier zufrieden.

Mit einer frühen Serie baute sich Dachau schnell eine deutliche Führung auf (6:1), Haching musste schon nach 13 Punkten die zweite Auszeit nehmen (10:3). Und diesmal sollten es die Gäste nicht schaffen, die Hypothek noch auszugleichen, Dachau zog immer weiter davon (14:4, 21:9). Ein erfolgreicher Block war es dann, der das Spiel im zweiten Anlauf beendete und Dachaus Serie auf drei Siege in Folge anwachsen ließ.

Foto: Top-Scorer mit sechs Assen in der Statistik: MVP Levi Olson. (Fotograf: Bruno Haelke)

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