Der Spielplan bleibt eng getaktet: nach dem überraschenden Punktgewinn gegen Rekordmeister Berlin Recycling Volleys geht es für die ASV Volleys schon am Sonntag um 18 Uhr zum nächsten Top-Team, den VfB Friedrichshafen.
Dabei gönnte Coach Patrick Steuerwald seiner Mannschaft nach dem Fünf-Satz-Krimi gegen Berlin erst einmal einen Tag zur Regeneration, ehe am Freitag die volle Konzentration dem Team vom Bodensee galt. "Wir sind natürlich wieder Außenseiter, aber Friedrichshafen wird uns sicher nicht unterschätzen", ordnet Steuerwald die Rolle seines Teams ein und erinnert dabei an Ende November: "Nicht nur, dass wir am Mittwoch einen Punkt gegen Berlin geholt haben, auch das Hinspiel wird der VfB noch nicht vergessen haben." Denn auch dort gelang Dachau beim knappen 2:3 ein überraschender Punktgewinn.
Eine Erwartungshaltung zur Wiederholung leitet Steuerwald daraus nicht ab. "Das macht es für uns eigentlich noch zu einer größeren Herausforderung, denn wir werden auf ein hoch konzentriertes und motiviertes Team aus den Top 4 der Liga treffen." Zudem habe Friedrichshafen ein Heimspiel und in seiner Halle definitiv einen Heimvorteil. Wenn dies auch nicht wie in Dachau eine flache Halle ist, so haben immer wieder viele Teams mit der Beleuchtung in der Spacetech Arena ihre Probleme.
Die Häfler stehen aktuell auf Rang vier, der Rückstand auf die Top drei ist aber schon fast zu groß, um im letzten Drittel der Hauptrunde noch einen Kontrahenten vor den Playoffs abfangen zu können. Von unten drückt dagegen Verfolger Giesen, der aber bei einem mehr ausgetragenen Spiel drei Punkte Rückstand hat. Und da Giesen am Wochenende spielfrei ist, könnte sich der VfB am Sonntagabend in eine komfortable Situation für die dann noch verbleibenden sieben Spiele bringen - und damit auch dem direkten Duell mit Giesen Mitte März entspannter entgegenblicken.
Dass es für Friedrichshafen derzeit nur der vierte Platz ist, spiegelt für Steuerwald aber nicht das Potential des kommenden Gegners wieder. "Sie haben eigentlich einen sehr guten Kader, der auch ganz vorne mitspielen kann. Sie haben ja auch diese Saison schon Berlin und Düren geschlagen." Doch ähnlich wie in Steuerwalds Team muss sich auch der VfB die ganze Saison über mit Verletzungssorgen plagen, hat selten den kompletten Kader zur Verfügung. "Und mit Jackson Young haben sie dann kurz vor Saisonstart noch einen zentralen Spieler abgeben müssen", ordnet Steuerwald die Situation am Bodensee ein.
Dafür haben die VfB-Verantwortlichen vor Kurzem noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Corey Chavers, 29-jähriger US-Amerikaner, verstärkt den Außenangriff und kam direkt aus Puerto Rico. Mit Stationen in Rumänien, Griechenland, Italien, der Schweiz und Schweden bringt er auch reichlich internationale Erfahrung mit. Gegen Lüneburg kam er als Neuling noch nicht zum Einsatz, feierte dann aber zuletzt beim 3:0-Sieg in Freiburg sein Debüt. "Wir bereiten uns wie immer auf alle Spieler vor und lassen uns überraschen, wer auf der anderen Seite stehen wird", so Steuerwald.
Er wird voraussichtlich wieder den gleichen Kader wie gegen Berlin zur Verfügung haben. Patrick Pfeffer und Luca Schwarz fallen weiterhin aus, bei Tobias Besenböck wird es dagegen ein Wettlauf mit der Zeit. Der Kapitän musste am Mittwoch mit Rückenbeschwerden ausgewechselt werden. "Er ist in Behandlung und wir haben schon die Hoffnung, dass er am Sonntag auch mit an Bord ist", strahlt Steuerwald wie immer Optimismus aus. Und vielleicht führt er sein Team genau mit dieser Einstellung auch direkt zur nächsten Überraschung, als Außenseiter fühlen sich die Dachauer inzwischen ja wohl.
Foto: Zwei Elemente auf dies wieder ankommen wird: eine gute Annahme und die Stabilität von Marius Büchi im Angriff. (Fotograf: Annika Schmidt)