Die ASV Volleys müssen weiter um den Klassenerhalt zittern: beim SV Warnemünde ließen die Dachauer mit einer 1:3-Niederlage den ersten Matchball liegen.
Trainer Patrick Steuerwald war dennoch nach dem Spiel nicht enttäuscht von seinem Team: "Der Mannschaft kann ich heute überhaupt keinen Vorwurf machen. Sie hat alles gegeben, sich in jeden Ball geworfen." Dennoch musste er anerkennen, dass "am Ende die Körner gefehlt haben", um den Klassenerhalt direkt mit der ersten Chance perfekt zu machen.
Doch auch hier stellte sich der Coach vor seine Mannschaft und kritisierte wie schon vor dem Doppelspieltag den Spielplan: "Wir haben jetzt in sechs Tagen drei Spiele absolviert, darunter einen Doppelspieltag, bei dem wir zwischen den Spielen nochmal über 200 Kilometer zurücklegen mussten. Die Kombination aus Berlin und Warnemünde gibt es in der ganzen Saison nur für uns, das ist nicht wirklich ausgeglichen."
Denn schon am Freitagabend war sein Team beim VCO Berlin gefordert, meisterte die Aufgabe dort souverän mit 3:0. Noch am Abend ging es dann mit dem Bus nach Rostock, wo am Samstagabend in der MesseHalle Rostock eine tolle Atmosphäre auf die Dachauer wartete. "Respekt auch an Warnemünde, sie haben heute zum einen stark gespielt und auch rund um das Spiel für eine tolle Stimmung gesorgt. Das hat auch meine Jungs mit den schweren Beinen nochmal etwas mehr getragen."
So erkannte Steuerwald auch an, dass der Sieg am Ende verdient gewesen sei, wenngleich zum Spielplan-Frust auch noch Ärger mit einigen Schiedsrichter-Entscheidungen hinzukam. "Vor allem zum Ende des zweiten Satzes war das Glück mit dem Schiedsgericht nicht auf unserer Seite. Da waren in meinen Augen ein, zwei klare Fehlentscheidungen gegen uns dabei." Und wer weiß: wäre der spannende zweite Durchgang auch an den ASV gegangen, hätte es vielleicht bereits zum Klassenerhalt gereicht.
Denn zu Beginn des Spiels hatten die ASV Volleys zwar noch mit den müden Beinen zu kämpfen, lagen schnell klar zurück (0:3, 2:7). Doch nach der ersten Auszeit kämpften sie sich ins Spiel. Bis zur Crunchtime holte der ASV Punkt um Punkt auf und war rechtzeitig wieder voll im Geschehen (19:20). Eine Auschlagserie von Fabian Suck drehte den Eingangssatz schließlich endgültig zu Gunsten der Gäste und nach dem 25:22 standen die Zeichen sehr gut.
Zumal Dachau dann gut in Satz zwei startete (3:0). Doch die Führung sollte nicht lange halten (3:3), Mitte des Satzes lag der ASV wieder zurück (11:14). Aber mit viel Einsatz und Willen fand das Team auch diesmal zurück und sorgte damit für eine spannende Schlussphase. Hauptverantwortlich war diesmal Levi Olson, der beim Stand von 21:24 an die Aufschlaglinie kam und mit seinem Service drei weitere Satzbälle abwehrte. Zwischenzeitlich hatte auch Dachau zwei Satzbälle, haderte dann mit dem Schiedsgericht und den Challenges, handelte sich noch eine gelbe Karte ein und verlor am Ende mit 28:30 den Durchgang.
Doch die Männer vom Stadtwald schüttelten den Frust schnell ab, fanden wieder gut zurück in den dritten Satz (9:4, 15:12). Die Führung hielt auch bis in die Crunchtime (20:16), doch dann spürte man mehr und mehr die Anstrengung des straffen Programms. "Dann haben wir nicht mehr konsequent genug angreifen können und auch nicht immer die beste Lösung gefunden", beschreibt Steuerwald seine Beobachtungen. Und so konnte Warnemünde mit fünf Punkten in Folge den Satz drehen (20:21) und diese Führung in der Satzverlängerung ins Ziel bringen - 27:25.
Sehr ausgeglichen verlief dann der vierte Satz, in dem sich diesmal kein Team entscheidend absetzen konnte. Erst als es 23:22 für die Gastgeber hieß, gelang Warnemünde ein weiteres wichtiges Break für den Matchball. Und vor 1.500 begeisterten Zuschauern verwandelte der Aufsteiger auch direkt den ersten Matchball und meldete sich damit im Kampf um den Klassenerhalt zurück.
In eben jenen stecken nun neben Warnemünde und Dachau noch die Baden Volleys SSC Karlsruhe, der TSV Haching München sowie die Volleys Goats Mitteldeutschland. Während Karlsruhe (1) und Haching (3) nur noch wenige Punkte fehlen, läuft es wohl auf einen Dreikampf zwischen Dachau, Mitteldeutschland und Warnemünde hinaus, zumal die beiden letzteren am letzten Spieltag im direkten Duell aufeinander treffen. Dachau muss bis dahin versuchen auch als Außenseiter in den kommenden drei Spielen noch die notwendigen Punkte zu sammeln, um nicht doch noch in akute Abstiegsgefahr zu geraten.
Foto: Die ASV Volleys kämpften und standen am Ende doch mit leeren Händen da. (Fotograf: Thoren Arlt)